Auf Naxos, Frankfurt am Main

Theater Willy Praml

WEST - ÖSTLICHER AUFRUHR – Ein Frankfurter Theatermarathon: Freies Schauspiel Ensemble & Theater Willy Praml

WEST - ÖSTLICHER AUFRUHR

21.04./ 01.05. 17.00 Beginn: TITANIA BOCKENHEIM (Balsatstr. 23 FFM) + 20.30 NAXOSHALLE OSTEND

28.04./ 05.05. 17.00 Beginn: NAXOSHALLE OSTEND (Waldschmidtstr. 19 FFM) + 20.30 TITANIA BOCKENHEIM

Die Produktion des Freien Schauspiel Ensembles im Titania ICH WERDE SEIN. DAS DRAMA ROSA LUXEMBURG ist ein Theaterprojekt, das – vom FSEF aus Briefen, Artikeln, Essays und Reden entwickelt – versucht, sich dieser widersprüchlichen, schillernden, lebenshungrigen Persönlichkeit anzunähern. Wer war diese Frau, die mit Macht ihren Weg suchte – an der Universität, in der Partei, in der Liebe? Was macht sie bis heute zur politischen Reizfigur?

Die Produktion des Theater Willy Praml in der Naxoshalle MARX. ENGELS. HENNES & MAURITZ. Eine theatrale Installation montiert das Kommunistische Manifest von Marx/Engels zusammen mit anderen berühmten Flugschriften, mit Büchners Der Hessische Landbote!, Hessels Empört Euch! und Zieglers Aufstand des Gewissens! und verbindet diese mit den Video-Portraits von vier Zeitzeugen kurz vergangener oder aktueller aufrührerischer Deutscher und Frankfurter Geschichte.

In Erinnerung an den vor 150 Jahren (1863) von Ferdinand Lassalle gegründeten Allgemeinen Deutschen Arbeiterverein (ADAV), die erste, noch genossenschaftlich orientierte Arbeiterpartei Deutschlands.

Bockenheim und Ostend – das waren einmal Frankfurts Arbeiterviertel, hier gab´s Industrie, hier rauchten die Schlote. Das Titania und die Naxoshalle sind Überbleibsel dieser kaum mehr im Stadtbild sichtbaren Geschichte.

Das TITANIA war vor dem Ersten Weltkrieg – unter dem Namen „Liederhalle“ – einer der größten Veranstaltungssäle Frankfurts und wurde vor allem von den Sozialdemokraten und den Gewerkschaften für Arbeiterbildung und zentrale politische Versammlungen genutzt. Der Stadtteil Bockenheim im Westen Frankfurts war damals ein wichtiger Industriestandort und vorrangig von Arbeitern bewohnt.

Die NAXOSHALE war die Maschinenhalle des großen Areals der weltberühmten Firma Naxos-Union, die 1989 an diesem Ort ihre Pforten schloss. Die Gründerfamilie Pfungst gehörte noch zu jenem Schlag von Unternehmern, die den Profit ihrer Firma zu einem großen Teil in eine Stiftung gaben, die sich um Arbeiterbildung, Frauenrecht und Kinderbetreuung bemühte.

Beide Orte werden heute von Theatern belebt, die mit zwei Projekten an einem Abend an die Arbeitergeschichte von Frankfurt am Main erinnern.

Die beiden Orte des Abends verbindet jeweils ein kommentierter Bustransfer des DGB von OST (Ostend) nach WEST (Bockenheim) oder umgekehrt, an einem Abend vom TITANIA zur NAXOSHALLE und am anderen Abend von der NAXOSHALLE zum TITANIA:

Zu den Stätten des Aufruhrs – Orten der Frankfurter Demokratie– und Arbeiterbewegung.

In einer 40minütigen Busfahrt erfährt der Theaterbesucher den anderen Blick auf scheinbar gewohnte Orte der Stadt: Festhalle – ehem. Schumanntheater – Gutleutkaserne – Gewerkschaftshaus – Frankfurter Hof und ehem. Schlesingereck – Hauptwache - Paulskirche – Römerberg – altes Gewerkschaftshaus – Betsaal der Neuapostolischen Kirche am Merianplatz u.a. und bekommt Einblicke in historische und aktuelle Ereignisse der politischen Frankfurter Stadtgeschichte: von den Vormärz-Aktivitäten, über die Sozialistengesetze der Bismarckzeit bis hin zu den spektakulären Vorgängen zur Zeit der Ausrufung der Räterepublik in Deutschland.

Ein Proletarierbüffet (Frankfurter FREITAGSKÜCHE) am jeweiligen Ankunftsort stärkt Sie und spendet Kraft für die zweite Aufführung des Abends.