Auf Naxos, Frankfurt am Main

Theater Willy Praml

VOM WEGE AB. GRIMMS MÄRCHEN – Eine Theaterproduktion zum Grimmjahr 2012

VOM WEGE AB. GRIMMS MÄRCHEN

In den GRIMMSCHEN VOLKSMÄRCHEN, die die berühmten Brüder im Hessenland gesammelt haben, steckt eine Portion Aufmüpfigkeit. Eigensinn ist eine zentrale Kategorie. Im Falle unserer Märchen führt Eigensinn dazu, dass arme Söhne in die Welt gehen und Könige werden, Töchter sich nicht einfach so verheiraten lassen, wie man es von ihnen verlangt, dass Ehefrauen ihren Männern nicht blinden Gehorsam leisten, dass die Alten überall mitmischen, die Kinder sich nicht ducken und überhaupt die Not zu Gold wird oder - das Gold zu Scheiße! Für den, der es verdient! Das macht die Lust aus, Geschichten auszugraben und weiter zu tradieren. Es geht um Verdrängtes, Verschüttetes, um in kollektiver Anstrengung Gescheitertes. Um dies erkenntnisreich und vergnüglich zu belegen, holen wir uns für unser Theaterprojekt anlässlich des Grimmjahres 2012 die Motive aus Märchen wie Das eigensinnige Kind, Marienkind, Allerleirauh, Brüderchen und Schwesterchen, Die ungleichen Kinder Evas, u.v.a.m. Und die Märchen sprechen weiterhin: bleibt eigensinnig!

Vom Wege ab. - Dokumentarfilm zur Stückentstehung

Regie
Willy Praml
Bühne/ Kostüme
Michael Weber
Musikalische Einrichtung
Gregor Praml
Choreographie "Prinz"
Christian Golusda
König
Reinhold Behling
Jungfrau Maria
Luise Kinder
Die Prinzessin
Bolor Sharaa , (WA: Claudia Germscheid)
Der Prinz
Andreas Bach
Stiefmutter
Birgit Heuser
Hans
Jakob Gail
Der Wolf
Michael Weber

Pressespiegel

  • Frankfurter Neue Presse, 17.03.2012

    Viele Kinder und Jugendliche saßen in gespannter Stille im Publikum, offenbar hingerissen von dem anspruchsvollen Stück Theaterkunst... Figuren und Textmaterial waren durchweg strukturell aufgedröselt und kurzweilig nach Text, Spiel, Tanz rhythmisiert... (Markus Hladek)

    Unter Greinen und Lachen klang das von Strawinskis „Sacre du printemps“, Bartók und Hindemith gefärbte Spiel aus.

  • Frankfurter Rundschau, 17.03.2012

    Es ist ein Abend, wie es sich für das Thema gehört: waldesdüster und drastisch, manchmal witzig und doch nicht leichtgewichtig... (Sylvia Staude)

    Es ist beileibe keine neue Erkenntnis, dass Märchen grausam sind. Aber an diesem Abend wird ihre Dunkelheit aufs Nachdrücklichste und Plausibelste sichtbar – und ihr Drohpotential gegen alle, die nicht „hübsch sittsam“ sind.

  • Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17.03.2012

    In den hessischen Wäldern auf der Suche nach Grimms Essenz! Roter Rauch und schwarze Schemen. In den Tiefen der Naxos-Halle tanzen Leute um ein Feuer... Schamanische Traditionen klingen nach. Doch Praml und sein Ensemble haben sich auf eine modernere Perspektive kapriziert... Der Eigensinn steht im Mittelpunkt dieser Inszenierung, die deshalb um das Leitwort „Vom Wege ab. Grimms Märchen“ kreist. Gemeinsam mit Michael Weber hat Praml einen Text aus neun Märchen erstellt, das zehnte wird ausschließlich getanzt... (Claudia Schülke)