Auf Naxos, Frankfurt am Main

Theater Willy Praml

ÜBER DAS MARIONETTENTHEATER

ÜBER DAS MARIONETTENTHEATER

Kleists vorletztes Lebens-Projekt: er gibt die Berliner Abendblätter heraus, eine Zeitung zwischen BILD und Feuilletton. Da stehen die vier Folgen über das Marionettentheater neben dem Bericht über einen glücklich gelöschten Schornstein in der Niederlagstrasse: Kleists kruder Blick auf die Welt im Boulevardblatt-Format. Das geht nicht lange gut und nach einem halben Jahr schon sind seine Blätter zu Tode zensiert und damit auch der Autor und Herausgeber.

„Das Paradies ist verriegelt und der Cherub hinter uns: wir müssen die Reise um die Welt machen und sehen, ob es vielleicht von hinten irgendwo wieder offen ist.“

schreibt er im Marionettentheater-Aufsatz.

Kleists Weltreise endet im November 1811 am Kleinen Wannsee in Berlin. Kein Ort für den Hintereingang zum Paradies. Vielmehr das Szenario für sein letztes Lebens-Projekt: seinen Doppelselbstmord, mit Henriette Vogel zusammen. Ihr schiesst er ins Herz, sich selbst in den Mund. Schweigen.

„Nun, oh Unsterblichkeit, bist du ganz mein.“

Der Theaterabend „Über das Marionettentheater.Kleist6“ fügt letzte Texte des Autors zu einem Seelenprotokoll zusammen – verteilt auf 6 Personen. 6 Scherben des zerbrochenen Kleist, wie wir unseren Projekt-Zyklus genannt haben, der mit dieser Inszenierung seinen Abschluss findet.

Regie
Willy Praml
Texteinrichtung
Willy Praml/Michael Weber
Bühne/ Kostüme
Michael Weber
Licht
Nico Rocznik , Daniel Gebhardt
Ton
Oliver Blohmer , David Rädler
Tonstudio
gpap gregor praml audioproduktion
Herr C.
Michael Weber
Heinrich
Tim Stegemann
Henriette
Emilie Stefaner
von K.
Birgit Heuser
Heinrich Bär
Reinhold Behling
Adam K., Tänzer
Andreas Bach
Wannseekiosk
Hertha Georg