Auf Naxos, Frankfurt am Main

Theater Willy Praml

SZENEN EINES KULTURVOLKES – über das Mädchenorchester in Auschwitz

SZENEN EINES KULTURVOLKES

Eine Stunde vor und nach der Vorstellung gibt es warmes Essen von Michas Essen und Trinken.

Eindrücke aus der Inszenierung sehen Sie hier

Ein Stück für 8 Frauen 1 Orchester 1 Sängerin (20 Mitwirkende)
Dargestellt vom „Ensemble 9. November“(E9N) In Kooperation mit dem Theater Willy Praml (NAXOSHALLE) und dem Gallustheater Frankfurt

Die fünfzigste und zugleich die Abschussaufführungen finden im Gallustheater statt: Di, 03. Dezember und Mi, 04. Dezember 2013 20.00 Uhr

1989 schrieb der Dichter Erich Fried über die Dramatisierung des „Mädchenorchester in Auschwitz“

“Ich betrachte Ihre Aufführung als kulturelle, kulturgeschichtliche und geschichtliche Notwendigkeit.“

Vor 25 Jahren, anlässlich der 50. Gedenkfeier des Reichspogromnacht, wurde dieses „Szenische Oratorium“ in Frankfurt uraufgeführt (Regie Helen Körte). Nun, 25 Jahre später zum Abschluss des E9N Festivals und 75 Jahre nach der Reichspogromnacht und zahlreichen Aufführungen, sowohl in Frankfurt als auch in vielen Städten der Bundesrepublik, bietet das E9N nun noch einmal die Möglichkeit, das Mädchenorchester hautnah in Frankfurt zu erleben.

Wir führen zum letzten Mal, als eine Art Modell vor, wie aus heutiger Sicht die Auseinandersetzung mit den Opfern aussehen kann. Hauptgedanke und durchgängiger Faden ist das Thema, Kultur und Selektion in Auschwitz (Schweißflecken und Pickelchen verboten). Im Gleichschritt stampfen acht Frauen in einfachen Alltagskleidern auf eine kahle Bühne. Die strenge Choreographie lässt keine aus der Reihe tanzen. Mit dem bewussten Verzicht, die Lagerinsassen als Individuen darzustellen, gelingt es der Regisseurin und ihrem Ensemble, die Entmenschlichung und den Verlust der Würde, systematisch, als Rädchen in einer perfekt gesteuerten Maschinerie deutlich werden zu lassen. Das Stück ist aufgebaut wie eine Komposition für Sprache und Bewegung. Die Geschehnisse im Lager kommentieren, wie ein antiker Chor, acht Schauspielerinnen. Die Täter, obwohl nicht sichtbar, sind allgegenwärtig. Sie sind ihre ständigen Begleiter. Mit jedem Atemzug, jedem Wort, jeder Geste der Frauen, sind sie ein Teil von ihnen. Durch die teilweise emotionale Distanzierung von Tätern und Opfer lässt sich die Emotionalität und der Grad der Involvierung bei den Zuschauern selbst steuern. Wir sehen zwei Bühnen (4x5m), die sich gegenüber stehen. Die Schauspielbühne mit den acht Frauen und die Musikerbühne mit einem elfköpfigem Orchester und einer Sängerin. Es spielt die Musik, die die Frauen, um zu überleben, im KZ spielen mussten, Puccini, Mendelssohn-Bartholdy, Wiener Walzer usw. Die Naxoshalle, als ehemalige Industriehalle, ist hier ein nahezu idealer Aufführungsort.

Empfohlen für Schüler 10-13 Klasse.

„Szenen eines Kulturvolkes gilt als eine der besten Arbeiten des E9N „ (FAZ)

Regie/ Dramaturgie
Helen Körte
Bühne
Wilfried Fiebig
Musikalische Leitung
Armin Rothermel
Mezzosopran
Monika Ries
Darstellerinnen
Simone Greiß
Birgit Heuser
Dzuna Kalnina
Janine Karthaus
Ruth Klapperich
Raija Siikavirta
Mirjam Tertilt
Marlene Zimmer
Musiker
Ljubomir Aleksandrovic
Axel Arendt
Lars Klengel
Ludwig Lohwasser
Christian Müller
Heidrun Molge
Rüdiger Orthmann
Guido Spitz
Steff Taibi