Auf Naxos, Frankfurt am Main

Theater Willy Praml

STADTFÜHRUNGEN – mit Christin Scheiblauer, Architektin

STADTFÜHRUNGEN

Städtebau und Stadtarchäologie am Beispiel der Frankfurter Judengasse »Heine wacht 2020 auf und bestaunt die Schönheit des neugewonnenen Stadtbildes...«

Ergänzend zum theatralen Abschreiten und Abklopfen des historischen Areals rund um das Museum Judengasse durch das Ensemble des Theater Willy Praml wird es eine Stadtführung geben, die das ganze Projekt um eine stadtplanerische und stadtarchäologische Perspektive bereichert. In der Stadtführung wird die Architektin und Stadtplanerin Christin Scheiblauer die historische Situation der Frankfurter Juden zur Zeit Heines mit dem jetzigen Zustand gedanklich überlagern und so die Unterschiede begreifbar machen. Im östlichen Bereich der ehemaligen Frankfurter Altstadt – auch außerhalb des Museums Judengasse mit seinen Ausgrabungen baulicher Relikte – gibt es immer wieder bescheidene aber dennoch deutliche Hinweise auf die jahrhundertelange Existenz der Judengasse und jüdischer Einrichtungen, die vor den Zerstörungen des 2. Weltkrieges und insbesondere der Nachkriegszeit noch bestanden. Die Stadtführung wird den Bruch im Stadtgefüge nachvollziehbar machen, der durch das Straßenkreuz von Konrad-Adenauer- Allee und Berliner Straße entstanden ist. Dieses hat den Bogen der Staufenmauer und der anschließenden Judengasse in der Wiederaufbauzeit diagonal durchschnitten. Durch die Begehung des Bereiches der ca. 300m langen Judengasse sowie des anschließenden Dominikanerklosters und Fischerfeldes, sollen in Vergegenwärtigung des städtebaulichen Wandels die sozialen Gefüge derjenigen Menschen historisch erschlossen und sichtbar gemacht werden, die dieses Viertel im Laufe der Jahrhunderte bewohnten. Wir machen uns gemeinsam auf die Suche nach der Vergangenheit der Urzelle des Frankfurter Judentums im Herzen der Stadt Frankfurt – wie könnte man dies wieder baulich sichtbar machen? Denn die Frankfurter Judengasse ist nicht nur Gedenkstätte der Judenvernichtung, sondern sollte und könnte in Zukunft zum Merkzeichen einer offenen, lebendigen Stadt werden. Dies im Bewusstsein, lassen wir uns ein auf eine neue städtebauliche Vorstellung dieses hoch historischen Ortes, der simultan eine so hohe Relevanz für unsere Gegenwart in Frankfurt besitzt.

Christin Scheiblauer Prof. Dipl.-Ing. Architektin BDA