Auf Naxos, Frankfurt am Main

Theater Willy Praml

QUARTETT – Von Heiner Müller

QUARTETT

2 spielen 4: Quartett. Das ist Müllers Schurkenstück. Terror und Gewalt, die sich zwei Abgefeimte einander antun bis zur gegenseitigen Vernichtung. Die Marquise de Merteuil und der Vicomte de Valmont, die Gelungensten eines Typus, bei denendie Liebe nur Mittel zur Herrschaft über Menschen, nur Mittel zum gesellschaftlichen Erfolg sein darf.

H. Müller: Ich saß da in einer Villa bei Rom im obersten Stock. Angefangen hatte ich vorher schon, aber das letzte Drittel oder die zweite Hälfte ist da geschrieben worden, zum ersten Mal auf einer elektrischen Schreibmaschine. Das hatte Folgen für den Text. Er ist mehr ein Uhrwerk als andere Texte. In den unterenn Räumen wohnte meine Frau mit einem anderen Mann, der heftig in sie verliebt war. Sicher ging davon eine Energie aus. Und ich erinnere mich an ein Lied, das da in der Nacht besonders eindrucksvoll war, aus der "Schönen Müllerin", wo der Bach den Knaben zum Selbstmord einlädt. "Und die Sterne da oben, wie sind sie so weit."

Licht
Jochen Göpfert
Regie
Willy Praml
Bühne/Kostüme
Michael Weber
Darsteller
Birgit Heuser
Michael Weber