Auf Naxos, Frankfurt am Main

Theater Willy Praml

PATRIOTISMUS – Von Yukio Mishima

PATRIOTISMUS

Tief erschüttert, weil seine besten Kameraden ihn nicht ins Vertrauen gezogen hatten, und von edm Gedanken gepeinigt, dass kaiserliche Truppen in Kürze gegen kaiserliche Truppen kämpfen würden, ergriff Leutnant Shinji Takeyama vom Transportbataillon Konoe am 28. Februar 1936 (also am dritten Tag des Auftsandes ) sein Offiziersschwert und beging in dem Acht-Matten-Zimmer seiner Privatwohnung im Stadtbezirk Yotsuya, Aobacho, Block sechs, feierlich Selbstmord durch Bauchaufschneiden. Seine Frau, Reiko, folgte ihm in den Tod; sie erdolchte sich. Der Abschiedsbrief des Leutnants bestand aus einem einzigen Satz: „Es lebe die kaiserliche Armee!“ Das Schreiben seiner Frau, in dem sie um Verzeihung bat, weuil sie ihre Kindespflicht verletze und den Eltern ins grab vorangehe, schloß mit den Worten: „Der Tag, der für die Frau eines Soldaten kommen musste, ist gekommen.“ Die letzten Stunden dieses heldenhaften, in Liebe miteinander verbundenen Paares waren dazu angetan, sogar die Götter zum Weinen zu bringen.

Regie
Willy Praml
Projektleitung
Ruth Schröfel
Bühne/Kostüme
Michael Weber
Kostümwerkstatt
Kerstin Laackmann
Darsteller
Michael Weber
Birgit Heuser
Francesco Parente
Marc Schubert
Till Wedel
Sascha Weipert