Auf Naxos, Frankfurt am Main

Theater Willy Praml

PASSION. Ein Opern- und Theaterfest in der Naxoshalle. OSTERN 2013

PASSION. Ein Opern- und Theaterfest in der Naxoshalle. OSTERN 2013

Der vierstündige Abend der KAMMEROPER Frankfurt und des THEATER WILLY PRAML führt von der Alltagsgeschichte einer verlassenen Liebhaberin hinüber zur großen Erzählung vom Tod des Menschensohns. Der Begriff PASSION: Leiden und Leidenschaft verbindet die drei Teile des gemeinsamen Projekts zu einer Suche nach dem Anfang und dem Ende des Lebens.

Am Anfang steht die Oper - und eine verlassene menschliche Stimme. Eine Frau telefoniert mit ihrem Liebhaber, der nach fünf Jahren nichts mehr von ihr wissen will. Zwischen Abgeklärtheit, Verletztheit, Koketterie und Verzweiflung bewegen sich ihre Worte schamlos hin und her, jetzt, da sie den Mittelpunkt ihres Lebens verliert. DIE MENSCHLICHE STIMME von Francis Poulenc (nach einem Theaterstück von Jean Cocteau) ist ein Unikum der Operngeschichte: eine Telefonoper, die uns zu Voyeuren eines intimen Gespräches macht und eine Oper für eine einzige Sängerin. Der Mann, das Ziel der Wünsche und Verwünschungen, bleibt unhörbar.

Poulencs Musik folgt jeder Gefühlsschwankung und entwirft ein Psychogramm von äußerster Intensität. Die psychologisch und sängerisch anspruchsvolle Solopartie interpretiert Ingrid El Sigai. Das Ende des Monodramas deutet einen Selbstmord an, doch die KAMMEROPER FRANKFURT und das THEATER WILLY PRAML führen die Geschichte der Frau unkonventionell weiter. Die Verlassene gebiert ein Kind. Ist es der Sohn eines Gottes?

Andrea Cavallari, zeitgenössischer italienischer Komponist, hat dazu als Intermezzo eigens ein Streichquartett komponiert. Cavallaris Musik ist seit Jahren auf vielen internationalen Festivals präsent, so auf dem "Festival dei Due Mondi" in Spoleto, der "Documenta" in Kassel, den "Jornadas de Musica del Siglo XX" in Segovia und der Royal Festival Hall in London.

Das Panorama weitet sich im dritten Teil aus von der vergeblichen Passion einer einzelnen Frau zur Passion Christi. Unter dem Titel: JESUS D ´AMOUR, gest. / auferst. DIE PASSION nach den Evangelien des Markus, Lukas, Matthäus und Johannes wagt sich das THEATER WILLY PRAML an das Kernstück des Christentums heran: den Tod von E i n e m – Gott und Menschensohn in eins, mit dem die Liebe in die Welt kommt.

Ausgangspunkt: Jerusalem, die politische Zuspitzung und dann der Tod am Kreuz. Es geht um die alte Frage, die in ihrem Kern bis heute Bedeutung hat, die Frage danach, was passiert, wenn E i n e r mit der Unbedingtheit seiner Ansprüchen an A l l e auf den Widerstand einer starren Gesellschaft trifft.

Diese biblische Passionsgeschichte präsentiert das THEATER WILLY PRAML jenseits von Oberammergau: in einer Mischung aus Wucht und Komik.

Über den großen Menschheitsfragen wird der Leib nicht vergessen: Zwischen den einzelne Teilen kann sich das Publikum an einem ÖSTERLICHEN CATERING von Michas Essen und Trinken laben.

Pressespiegel