Auf Naxos, Frankfurt am Main

Theater Willy Praml

MARIA STUART – Schiller. Trauerspiel

MARIA STUART

In Schillers üppig überwucherter Historie ist die nackte „Story“ die Geschichte einer politischen Entscheidung.

Das Opfer ist Maria Stuart, die abgesetzte, von ihrem Thron verjagte und in England inhaftierte Königin von Schottland. Schuldig oder nichtschuldig – ihre Existenz bedroht den Thron. Bedroht Englands Frieden. Dafür muß sie sterben. Vier Männer sind es, die diesen Prozeß auf ihre Weise verfolgen, beeinflussen, beschleunigen oder verhindern wollen. Burleigh, Großschatzmeister von Elisabeth, der Königin von England, durchkämpft gnadenlos diese Entscheidung. Er handelt, wo Elisabeth zu handeln zaudert. Er weiß, in ihrem Zaudern liegt die Hoffnung, ein anderer möge die Blutschuld auf sich laden. Burleigh tut dies. Und als Elisabeth ihn dafür – heuchlerisch – anklagt und sogar verbannt, zieht er wortlos den Hut und geht ... in Pension: ein ungebrochener Tragöde der Staatsraison. Mortimer, fanatischer Katholik und Liebhaber Marias, unternimmt zu ihrer Rettung einen verzweifelten Befreiungsversuch, der dilettantisch scheitert, ihn sogar das Leben kostet. Lord Leicester, auch ein Liebhaber, aber von beiden Königinnen, von Maria und Elisabeth, verliert mit seinem charakterlosen Doppelspiel und setzt sich nach Frankreich ab, während Shrewsbury, bedingungslos loyaler Berater der Elisabeth und Warner vor der Vollstreckung des Todesurteils, sich mit seiner mildefordernden Haltung gegenüber Maria nicht durchzusetzen vermag.

Furcht und Hoffnung, Drangsal und Verhinderung, Aufstand und Niederlage -

es sind dies alles nicht mehr als glänzende dramatische Verzögerungen, furioses Intrigenspiel als Erweiterung des Zweikampfs zweier Frauen um die Macht.

Pressespiegel

„Maria Stuart – eine Wucht“ (Strandgut)

„Schön: Raum und Nutzung. Naxos Halle. Patina. Von Laufsteg durchzogen. Endlose Flucht. Allee der Stahlträger. Königliches Licht. Personal bei Schiller unüberschaubar. Praml kommt aus mit 6.“ (BILD-zeitung)

„Birgit Heuser ist eine hinreißende Maria Stuart, eine Tragödin auf weißen Kothurnen und zu transparentem weißen Kleid, das – eine nach außen gestülpte Männerphantasie – ihr Kapital, und ihr Fluch ist.“ (Strandgut)

„Ein Coup von Willy Praml ist, dass er Elisabeth mit Michael Weber besetzt hat. die Ambivalenzen und Zielkonflikte dieser Königin verkörpert er in seiner Person: ein Mann in Frauenkleidern agiert auf beiden Seiten und gehört zu keiner richtig.“ (Strandgut)

"Am Anfang ist da nur der Raum, die Naxoshalle. Für Willy Praml ist sie freilich seit Jahren eine Herausforderung, aber mit seiner „Maria Stuart“ hat er sie ganz und gar erobert." (strandgut)

"Eine atmosphärisch dichte Inszenierung, die die gegebene klassizistische Raumsymbolik mit sehr geschickt ausgeleuchteten Säulen nutzt. Das Duo Weber und Heuser ist, was die schauspielerische Qualität betrifft, in der Frankfurter freien Szene fast konkurrenzlos." (frizz)

Regie
Willy Praml
Bühne/Kostüme
Michael Weber
Licht
N. Mohr
Lichteinrichtung
S. Bethmann , G. Knüppel
Bühnenbau
Guido Egert
Schneiderei
K. Laackmann
Darsteller
M. Weber
R. Behling
B. Heuser
R. Knicker
J. König
V. Vössing