Auf Naxos, Frankfurt am Main

Theater Willy Praml

Gastspiel - 19 TAGE GEZI PARK, Istanbul Juni 2013 – Traum und Trauma einer Revolution

Gastspiel - 19 TAGE GEZI PARK, Istanbul Juni 2013

in englischer Sprache mit deutscher Übertitelung

Istanbul, Juni 2013 Demonstranten besetzen den zentral gelegenen Gezi Park. Zunächst nur wenige, wächst ihre Zahl in den folgenden Tagen auf 10.000 und der Widerstand gegen Erdogan verbreitet sich auf die gesamte Türkei. Damit wurde der Gezi Park international zum Symbol des Aufbegehrens gegen ein autoritäres, korruptes System und die ungehinderte Privatisierung öffentlichen Raums. Der Zusammenstoß mit der Staatsmacht war brutal und blutig, acht Menschen starben. Der beste Schutz vor staatlicher Willkür war und ist eine unmittelbare Veröffentlichung. Jeder verstand sich als Zeuge und Sammler konkreter Beweise. Die Performern Gizem Akman hat die 19 Tage der Besetzung aktiv miterlebt. Wie viele türkische Künstler, kämpft sie gegen eine islamisch konservative Restauration um ihre künstlerische Freiheit das heißt um ihre künstlerische Existenz, begreift den Widerstand als künstlerische Aufgabe. Daraus entstanden eine Reihe von site-specific Performances deren Quintessenz in 19 Tage Gezi Park zusammengeführt sind. In einem Projektionsraum, der einmal Originalmitschnitte des Geschehens ein andermal ihr Gesicht zeigt, Tanzt, spielt, singt und erzählt Gizem Akman das Geschehen aus ihrer Perspektive. Umgeben von original Beweisstücken bewegt sie sich an einer Tanzstange auf und ab.

Die deutsch türkische Zusammenarbeit, mündet in die Gründung einer Performance Kooperative (swarm company), die sich transkultureller und emanzipatorischer Arbeit verschreibt.

Regie: Tobias Winter