Auf Naxos, Frankfurt am Main

Theater Willy Praml

BÜCHNER. LENZ & SCHUBERT. SCHÖNE MÜLLERIN

BÜCHNER. LENZ & SCHUBERT. SCHÖNE MÜLLERIN

Das THEATER WILLY PRAML beteiligt sich an Kunst und Kultur für die Philippinen, ein Benefiz-Wochenende vom 22.-24. November. Weitere Informationen unter www.spendenflut.de

Der Aufruf an das Publikum:

Gehen Sie aus und unterstützen Sie dabei eine Spenden-Aktion zugunsten der Philippinen! Ein Benefiz-Wochenende der besonderen Art macht es möglich: Besuchen Sie zwischen dem 22. und 24. November eine der teilnehmenden Kulturstätten, die den Abenderlös komplett oder zum Teil als Spende weitergeben oder zu Spenden aufrufen – in welcher Form auch immer. Wir laden Sie ein, Kunst und Kultur an diesem Wochenende bewusst zu genießen und dadurch einen Beitrag für die Menschen auf den Philippinen zu leisten.

Sehen Sie hier schonmal den Trailer auf YouTube!

*Aufgrund besonderer Heizbedingungen in der Naxoshalle sehen wir uns gezwungen, in den Wintermonaten auf die normalen Eintrittspreise eine Heizkostenzuschuss in Höhe von 2€ (normal) bzw. 1€ (erm./ Stud.) zu erheben. Wir bitten um Ihr Verständnis.

LENZ ist die Geschichte von einem, der nicht mehr gesellschaftsfähig ist – LENZ ist die Geschichte von einem, der aus dem System fliegt - LENZ setzt sich aus - da, wo sich überall versteckt wird, um nicht anzustoßen - LENZ reißt sich auf, öffnet sich ohne Schonung, zeigt seine Wunde.

BÜCHNER hat in seinem LENZ einen schonungslosen Bericht gegeben von einem Heimatlosen – unbehaust in der Welt und im eigenen Leib, von einem, der mit offenen Wunden in der Welt herumirrt. BÜCHNER selbst war nicht so weit weg von solchen Extremzuständen. Seine Krankheiten in psychisch extrem angespannter Lage, seine Flucht aus der hessischen Heimat sind der Situation seines Vorgängers nicht unähnlich. BÜCHNER wusste, dass solch ein pathologischer Fall immer auch die Attacke eines Einzelnen gegen Alle ist. Und so reiht sich LENZ ein in die dornengekrönten BÜCHNERschen Antihelden: Danton. Leonce & Lena. Woyzeck – überall das gleiche System von aufgerissenen und aufgewühlten Seelen.

SCHUBERT hat in seinem berühmten Liederzyklus DIE SCHÖNE MÜLLERIN einen ähnlichen Seelenzustand beschrieben. Die Stimme des verzweifelt wandernden
Müllergesellen, der die Liebe sucht, aber den Tod findet, klingt wie ein Echo der Sprachgewalten des LENZ. Auch im Fall von SCHUBERT ist die Parallele zwischen seiner Komposition und dem eigenen Leben zu finden. Er hat verzweifelt gesucht, nach Liebe und Anerkennung – sein Umfeld jedoch verkannte größtenteils sein Genie. Der italienische Komponist Alberto Mompellio hat eine seelen-sezierende Neukomposition von Schuberts weltberühmten Werk geschaffen, und eine neue Musik für Stimme, Akkordeon, E-Bass und Kontrabass geschrieben.

„. . . ach, wir armen schreienden Musikanten!“ (Lenz)

Regie
Willy Praml
Bühne/ Kostüme
Michael Weber
Komposition
Alberto Mompellio
Lichtdesign
Herbert Cybulska
Stimmtraining
Amy Leverenz
Schauspieler
Michael Weber
Tänzer
Andreas Bach
Kontrabass
Gregor Praml
Akkordeon
Vassily Dück

Pressespiegel

  • Frankfurter Neue Presse, 02.02.2013

    Willy Praml macht Lenzens Last zu der des Publikums. (Astrid Biesemeier)

  • Frankfurter Rundschau, 04.02.2013

    Michael Weber liefert eine überaus beeindruckende Sprechleistung, zieht kraftvolle Spannungsbögen über die langen Sätze Büchners, die selbst nur selten einen Punkt setzen. Er stößt, speit, zermalmt die Worte, dass man sie im Zittern der Fäuste, im Spannen des Brustkorbs nach Außen drängen zu sehen meint. Der schweigende Tänzer Andreas Bach, der Lenz die Sicht nimmt, ihm im Nacken sitzt, die Schultern niederdrückt, ergänzt dieses Ringen mit dem Selbst überzeugend. [...] Das Akkordeonspiel Vassily Dücks und der monoton über Bassläufe schlendernde Gesang von Gregor Praml halten Lenzens Gefühlsleben einen Spiegel vor und jagen ihn mit Loop- und Echoeffekten zuweilen wie die Stimmen in seinem Kopf. [...] (Marie-Sophie Adeoso)

  • Frankfurter Allgemeine Zeitung, 04.02.2013

    „Büchner. Lenz & Schubert. Schöne Müllerin“ bei Praml. Das Seltsame ist, es funktioniert. [...] (Christoph Schütte)